Herbarium mit Kindern anlegen - einfache Anleitung

Margret Diehl .

10. Mai 2026

Trockenblumen und ein Buch zum **Herbarium anlegen** liegen bereit. Kleine Blüten und Blätter warten darauf, in ein Buch geklebt zu werden.

Ein Herbarium anzulegen ist eine ruhige, kreative Möglichkeit, Pflanzen aus der eigenen Umgebung genauer kennenzulernen. Ich zeige, welche Pflanzen sich für Kinder eignen, wie sie richtig gesammelt und gepresst werden, welche Materialien genügen und wie daraus ein dauerhaft schönes Pflanzenalbum entsteht.

So gelingt eine kindgerechte Pflanzensammlung

  • Nur erlaubte Pflanzen sammeln und Naturschutzgebiete aussparen.
  • Frische, möglichst trockene Pflanzenteile verwenden.
  • Zwischen Papierlagen dauert das Pressen meist 7 bis 14 Tage.
  • Jede Probe mit Name, Fundort und Datum beschriften.
  • Für Kita und Grundschule reichen 5 bis 10 gut ausgewählte Pflanzen.

Die richtigen Pflanzen auswählen und verantwortungsvoll sammeln

Am besten beginnt die Sammlung mit Pflanzen, die Kinder aus ihrem Alltag kennen. Ahorn, Birke, Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee und verschiedene Gräser lassen sich gut erkennen und zeigen schon durch ihre unterschiedlichen Formen, wie vielfältig die Natur ist.

Ich würde nicht sofort möglichst viele Exemplare sammeln. Eine kleine Auswahl von fünf bis zehn Pflanzen ist übersichtlicher und lässt genug Zeit, jede Probe genau anzuschauen. Besonders spannend wird das Projekt, wenn Blätter, Blüten, Gräser und ein kleines Farnstück miteinander verglichen werden.

Was beim Sammeln erlaubt ist

Gesammelt wird nur dort, wo es erlaubt ist, zum Beispiel im eigenen Garten oder nach Rücksprache auf einer geeigneten Wiese. In Naturschutzgebieten dürfen keine Pflanzen entnommen werden. Geschützte Arten, seltene Wildblumen und Pflanzen auf privaten Grundstücken bleiben ebenfalls stehen.

Für Kinder ist eine einfache Regel hilfreich. Pro Pflanzenart wird nur ein kleines Stück genommen, und kräftige, häufige Pflanzen werden bevorzugt. Oft genügt sogar ein bereits abgefallenes Blatt. Das schult den Blick und vermittelt nebenbei, dass Basteln nicht auf Kosten der Natur gehen muss.

Der beste Sammelzeitpunkt

Die Pflanzen sollten möglichst trocken und nicht welk sein. Nach einem Regenschauer oder am frühen Morgen, wenn noch Tau auf den Blättern liegt, ist der Zeitpunkt ungünstig. Nasse Pflanzenteile werden beim Trocknen schneller braun oder beginnen zu schimmeln.

Ein flacher Korb oder eine Mappe schützt das Sammelgut besser als eine dicht verschlossene Plastiktüte. Bis zum Pressen sollten die Pflanzen nicht lange liegen. Ich lege sie meist noch am selben Tag zwischen Papier, weil frische Blätter dann ihre Form besonders gut behalten.

Pflanzen richtig pressen ohne komplizierte Ausrüstung

Eine professionelle Pflanzenpresse ist praktisch, aber für ein Kinderprojekt nicht notwendig. Für den Anfang reichen altes Zeitungspapier, saugfähiges Küchenpapier, zwei feste Kartons und mehrere schwere Bücher. Wichtig ist vor allem, dass die Pflanzenteile flach liegen und gleichmäßig beschwert werden.

  1. Die Pflanze vorsichtig ausbreiten und störende Erde entfernen.
  2. Blätter so drehen, dass die Ober- und Unterseite sichtbar werden.
  3. Das Exemplar zwischen mehrere trockene Papierlagen legen.
  4. Die Papierpakete zwischen zwei Kartons platzieren.
  5. Alles mit Büchern oder einem anderen schweren Gegenstand beschweren.

Große Blätter sollten nicht mehrfach übereinanderliegen. Bei kräftigen Stängeln hilft es, sie vorsichtig flachzudrücken. Blüten mit viel Feuchtigkeit benötigen mehr Papier und manchmal einen Papierwechsel nach zwei bis drei Tagen.

Wie lange dauert das Trocknen?

Die meisten Blätter und zarten Blüten sind nach 7 bis 14 Tagen trocken. Sehr dünne Pflanzenteile können bereits nach wenigen Tagen fertig sein, während dicke Stängel oder fleischige Blätter bis zu drei Wochen brauchen.

Ein trockener Beleg fühlt sich nicht kühl oder weich an, sondern leicht und papierartig. Wenn sich beim Anheben noch Feuchtigkeit zeigt, sollte die Pflanze weiter gepresst werden. Zu frühes Aufkleben ist einer der häufigsten Gründe, warum ein Herbarium später fleckig wird oder schimmelt.

Welche Methode eignet sich für Kinder?

Methode Geeignet für Besonderheit
Bücherpresse kleine Blätter und einfache Projekte kostengünstig und sofort möglich
Selbst gebaute Presse mehrere Pflanzen und Gruppenarbeit gleichmäßiger Druck durch Kartonlagen
Schraub- oder Pflanzenpresse regelmäßige Projekte stabil, aber meist eine zusätzliche Anschaffung

Für eine Kita reicht meistens die Bücherpresse. Eine gekaufte Presse lohnt sich erst, wenn regelmäßig gesammelt wird oder besonders empfindliche Pflanzen bearbeitet werden sollen. Der eigentliche Lernerfolg hängt nicht vom Gerät ab, sondern davon, dass Kinder beobachten, vergleichen und sorgfältig arbeiten.

Das Herbarium übersichtlich aufbauen

Für Kinder ist ein klares System wichtiger als eine perfekte botanische Sammlung. Ich empfehle eine Pflanze pro DIN-A4-Blatt. So bleibt genügend Platz für die Probe, eine Zeichnung und die wichtigsten Informationen.

Die getrocknete Pflanze wird nicht mit großen Klebeflächen überzogen. Besser halten schmale Papierstreifen oder kleine Klebepunkte, die an unauffälligen Stellen befestigt werden. Dadurch bleibt die Struktur sichtbar, und die Probe kann bei Bedarf vorsichtig betrachtet werden.

Diese Angaben gehören auf jedes Blatt

  • deutscher Pflanzenname
  • Fundort, zum Beispiel Garten, Park oder Wiese
  • Sammeldatum
  • Name des Kindes oder der Gruppe
  • kurze Beobachtung, etwa Blattform, Blütenfarbe oder Geruch

Der wissenschaftliche Name ist kein Muss, kann aber später ergänzt werden. Bei jüngeren Kindern genügt zunächst der deutsche Name. Eine kleine Zeichnung oder ein selbst gemaltes Symbol macht die Seite persönlicher und hilft, die Pflanze auch ohne Foto wiederzuerkennen.

Ordnen nach Jahreszeit oder Pflanzenart

Es gibt nicht nur eine richtige Ordnung. Eine Sammlung nach Jahreszeiten zeigt, wie sich die Natur im Jahreslauf verändert. Eine Sortierung nach Blättern, Blüten und Gräsern eignet sich dagegen gut, wenn Kinder Formen und Strukturen miteinander vergleichen sollen.

Für eine Kita-Gruppe funktioniert auch ein gemeinsames Album mit farbigen Trennblättern. Jedes Kind gestaltet eine Seite, während die Gruppe am Ende gemeinsam entscheidet, welche Reihenfolge verständlich ist. So wird aus dem Bastelprojekt eine kleine Übung in Planung und Zusammenarbeit.

Mit einfachen Ideen wird aus dem Album ein echtes Naturprojekt

Das Pressen allein ist bereits interessant, doch die stärksten Gespräche entstehen oft beim genaueren Hinsehen. Warum hat ein Blatt Adern? Weshalb ist die Blüte nach dem Trocknen heller? Und welche Pflanze fühlt sich anders an als die anderen?

Eine Beobachtungskarte ergänzen

Neben den Pflichtangaben kann jedes Kind einen Satz vervollständigen, zum Beispiel „Diese Pflanze wächst besonders gern …“ oder „Mich überrascht, dass …“. Solche kurzen Notizen verbinden Naturbeobachtung mit Sprachförderung, ohne dass das Projekt wie eine Schulaufgabe wirkt.

Farb- und Formensammlungen gestalten

Eine Seite mit roten, gelben und weißen Blüten macht Unterschiede schnell sichtbar. Ebenso spannend ist eine Sammlung mit runden, gezackten und gefiederten Blättern. Ich finde diese Variante besonders gelungen, weil Kinder dabei nicht nur Namen auswendig lernen, sondern eigene Ordnungsideen entwickeln.

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Abgefallenes Material bewusst einbeziehen

Herbstblätter, Samenstände und trockene Gräser liegen oft bereits am Boden. Sie eignen sich für ein Herbarium und vermeiden unnötiges Pflücken. Allerdings sollten nur saubere, unbeschädigte Stücke verwendet werden, denn feuchtes oder faulendes Material kann die gesamte Sammlung verderben.

Blumen mit sehr dicken Köpfen, saftige Pflanzen und stark gefüllte Blüten sind für den Anfang weniger geeignet. Sie trocknen ungleichmäßig und verlieren oft ihre Form. Für ein erstes Projekt sind flache Blätter und einfache Blüten die deutlich bessere Wahl.

Typische Fehler vermeiden und die Sammlung schützen

Viele misslungene Herbarien scheitern nicht am Basteln, sondern an kleinen Vorbereitungsfehlern. Wer die Pflanzen zu spät presst, zu wenig Papier verwendet oder die fertigen Belege in feuchten Räumen lagert, bekommt schnell braune Flecken und brüchige Blätter.

Fehler Folge Bessere Lösung
Nasse Pflanzen einlegen Schimmel oder dunkle Flecken zuerst oberflächlich trocknen lassen
Zu wenig Druck gewellte Blätter gleichmäßig beschweren
Zu viel Klebstoff Ränder lösen sich oder verfärben sich schmale Papierstreifen verwenden
Keine Beschriftung Fundort und Name werden vergessen Angaben direkt beim Sammeln notieren

Das fertige Album sollte trocken, dunkel und möglichst flach gelagert werden. Direkte Sonne lässt Farben verblassen, während hohe Luftfeuchtigkeit Papier und Pflanzen schadet. Bei wertvollen oder besonders filigranen Exemplaren kann eine transparente Schutzhülle sinnvoll sein.

Auch Sicherheit gehört dazu. Kinder sollten unbekannte Pflanzen nicht probieren und beim Sammeln keine Pflanzen mit bloßen Händen berühren, wenn eine Reizung möglich ist. Bei Unsicherheit bleibt das Exemplar einfach vor Ort und wird nur fotografiert oder gezeichnet.

Ein Herbarium, das über das Basteln hinaus bleibt

Ein gutes Herbarium muss weder groß noch botanisch perfekt sein. Entscheidend ist, dass die Pflanzen sorgfältig ausgewählt, vollständig getrocknet und nachvollziehbar beschriftet wurden. So entsteht ein persönliches Naturbuch, das Kinder auch Monate später noch gern anschauen.

Für den Einstieg genügen Papier, Bücher, Karton und ein Spaziergang in einer erlaubten Sammelumgebung. Ich würde lieber mit wenigen Pflanzen beginnen und jede davon gemeinsam untersuchen, als ein überfülltes Album anzustreben. Genau diese Langsamkeit macht den Reiz aus und gibt Kindern Raum, ihre Umwelt aufmerksam wahrzunehmen.

Häufig gestellte Fragen

Gut geeignet sind bekannte, leicht erkennbare Pflanzen wie Ahorn, Birke, Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee und Gräser. Für Kita und Grundschule reichen zunächst fünf bis zehn ausgewählte Pflanzen. Flache Blätter und einfache Blüten trocknen meist besser als dicke Blütenköpfe oder saftige Pflanzen.
Die meisten Blätter und zarten Blüten benötigen sieben bis vierzehn Tage. Dicke Stängel oder fleischige Blätter können bis zu drei Wochen dauern. Die Pflanze ist erst fertig, wenn sie sich leicht, trocken und papierartig anfühlt und nicht mehr weich oder kühl ist.
Für eine Bücherpresse genügen altes Zeitungspapier, saugfähiges Küchenpapier, zwei feste Kartons und mehrere schwere Bücher. Die Pflanzenteile werden zwischen trockene Papierlagen gelegt, zwischen den Kartons platziert und gleichmäßig beschwert. Feuchte Blüten benötigen mehr Papier und manchmal einen Wechsel nach zwei bis drei Tagen.
Jedes Blatt sollte den deutschen Pflanzenname, Fundort und Sammeldatum enthalten. Zusätzlich können der Name des Kindes oder der Gruppe sowie Beobachtungen zu Blattform, Blütenfarbe oder Geruch notiert werden. Eine Zeichnung oder ein selbst gemaltes Symbol macht die Seite persönlicher.
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Autor Margret Diehl
Margret Diehl
Ich bin Margret Diehl und bringe 5 Jahre Erfahrung in meine Arbeit für awokitatg.de ein. Schon lange fasziniert mich, wie Kinder sich entwickeln und welche Rolle eine gute Kindererziehung und eine unterstützende Kita dabei spielen. Es ist mir wichtig, Eltern und Erziehenden verständliche Einblicke in diese spannenden Themen zu geben. Ich recherchiere sorgfältig, vergleiche Informationen und bereite komplexe Sachverhalte so auf, dass sie leicht nachvollziehbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen nützliche, fundierte und aktuelle Inhalte zu liefern, die Sie im Alltag unterstützen.
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