Freundschaft basteln in der Grundschule - 5 Ideen für Zusammenhalt

Margret Diehl .

23. Juni 2026

Basteln zum Thema Freundschaft Grundschule: Ein grünes Monster mit Bildern von Kindern, die Freundschaft zeigen, umgeben von Gefühlen wie Freude, Wut und Trauer.

Ein Freundschaftsprojekt in der Grundschule darf mehr sein als ein hübsches Bastelergebnis. Wenn Kinder gemeinsam gestalten, über Hilfsbereitschaft sprechen und einander etwas schenken, werden Werte wie Respekt, Empathie und Zusammenhalt greifbar. Ich zeige praxiserprobte Ideen für verschiedene Altersstufen, überschaubare Materialien, realistische Zeitplanung und typische Stolperfallen.

Gemeinsam gestalten macht Freundschaft im Schulalltag sichtbar

  • 5 konkrete Ideen für Einzelarbeit, Partnerarbeit und die ganze Klasse
  • 30 bis 60 Minuten reichen für die meisten Projekte aus
  • Günstige Materialien wie Papier, Wolle, Stifte und Karton genügen
  • Klassenprojekte vermeiden, dass einzelne Kinder ausgeschlossen werden
  • Gespräche und Reflexion machen aus Basteln eine soziale Lernerfahrung

Warum Basteln Freundschaft sichtbar macht

Freundschaft ist für Grundschulkinder nicht nur ein Gefühl, sondern zeigt sich im Alltag durch Teilen, Zuhören, Trösten und gemeinsames Spielen. Beim Basteln können Kinder solche Handlungen darstellen, benennen und in einem eigenen Werk ausdrücken. Das hilft besonders Kindern, denen es schwerfällt, über Gefühle direkt zu sprechen.

Ich finde dabei wichtig, das fertige Produkt nicht überzubewerten. Ein schief ausgeschnittenes Herz kann pädagogisch mehr bewirken als eine perfekte Vorlage, wenn ein Kind dazu erzählt, was einen guten Freund oder eine gute Freundin ausmacht. Entscheidend ist der Austausch während des Gestaltens.

Die Aktivität sollte deshalb nicht nur auf eine bestimmte beste Freundin oder einen besten Freund ausgerichtet sein. Besser sind Aufgaben, bei denen auch neue Kontakte, Klassengemeinschaft und gegenseitige Unterstützung vorkommen. So fühlt sich kein Kind automatisch als Außenseiter.

Material und Vorbereitung bleiben bewusst einfach

Für eine Gruppe von 20 bis 25 Kindern reichen meist Tonpapier, Zeichenpapier, Buntstifte, Filzstifte, Klebestifte, Kinderscheren und Wollreste. Ergänzend eignen sich Pappteller, Eisstiele, Pfeifenreiniger, Aufkleber und alte Zeitschriften. Pro Kind sollten ungefähr 2 bis 4 Euro eingeplant werden, wenn das Grundmaterial noch nicht vorhanden ist.

Ich lege die Materialien gern an mehreren Stationen aus. Dadurch entstehen weniger Wartezeiten, und die Kinder können selbstständiger arbeiten. Für jüngere Klassen bereite ich einfache Grundformen vor, während ältere Kinder ihre Motive selbst entwerfen und eigene Texte oder kurze Botschaften formulieren.

Klassenstufe Geeignete Aufgabe Zeitbedarf Besonderheit
1. Klasse Herzen, Handabdrücke, Freundschaftsblume 30 bis 40 Minuten Große Formen und wenig Text
2. Klasse Armbänder, Freundschaftskarten, WIR-Kette 40 bis 50 Minuten Kurze Sätze und Partnerarbeit
3. Klasse Freundschaftsrezept, Komplimente-Box 45 bis 60 Minuten Mehr Eigenplanung
4. Klasse Klassenbaum, Freundschaftscollage, Leporello 60 bis 90 Minuten Reflexion und Präsentation

Scheren, Klebstoff und kleine Perlen sollten altersgerecht ausgewählt werden. Bei jüngeren Kindern vermeide ich sehr kleine Einzelteile, weil sie leicht verloren gehen oder in den Mund genommen werden können. Flüssiger Bastelkleber braucht außerdem deutlich länger zum Trocknen als ein Klebestift.

Ein Junge mit bemalten Händen lacht vor einer rosa Wand mit einem Herz aus bunten Handabdrücken. Perfekt für Basteln zum Thema Freundschaft Grundschule.

Schnelle Bastelideen für einzelne Kinder und Paare

Freundschaftsarmband aus Wolle

Für ein einfaches Armband genügen drei bis sechs Wollfäden mit einer Länge von etwa 60 Zentimetern. Die Kinder verknoten die Fäden, flechten sie und versehen das Ende mit einem weiteren Knoten. Kleine Holzperlen können ergänzt werden, sind aber kein Muss.

Die Idee eignet sich gut für Partnerarbeit. Jedes Kind gestaltet ein Armband für eine andere Person und schreibt auf eine kleine Karte, welche freundliche Eigenschaft es an ihr schätzt. Ich würde die Partner zufällig oder durch ein Los bestimmen, damit nicht immer dieselben Freundschaften im Mittelpunkt stehen.

Freundschaftsblume

Jedes Kind schneidet eine Blüte mit fünf bis sechs Blütenblättern aus. Auf jedes Blatt kommt ein Begriff oder ein Bild, zum Beispiel helfen, zuhören, teilen, ehrlich sein oder gemeinsam lachen. In die Mitte schreiben die Kinder einen Satz wie „Freundschaft fühlt sich für mich an wie ...“.

Die Blüten können einzeln verschenkt oder zu einer großen Blumenwiese zusammengestellt werden. Für die erste Klasse ist die Bildvariante besonders passend, während Zweitklässler bereits kurze Wörter und Sätze ergänzen können.

Freundschaftskarte mit zwei Hälften

Ein Blatt wird in der Mitte gefaltet. Auf die Vorderseite kommt ein gemeinsames Symbol, etwa ein Puzzle, zwei Vögel oder ein Regenbogen. Innen schreiben oder malen die Kinder eine konkrete freundliche Handlung, die sie in der nächsten Woche ausprobieren möchten.

Diese Karte ist schnell vorbereitet und eignet sich auch für einen Übergang, einen Projekttag oder den letzten Schultag vor den Ferien. Ich achte darauf, dass niemand verpflichtet wird, eine persönliche Botschaft vorzulesen. Freiwilligkeit schützt Kinder, die sich in der Gruppe noch unsicher fühlen.

Gemeinschaftswerke mit besonderer Wirkung

Der Klassenbaum der Freundschaft

Die Lehrkraft zeichnet einen großen Baum auf Packpapier oder befestigt einen ausgeschnittenen Stamm an der Wand. Jedes Kind gestaltet ein Blatt mit seinem Namen und einem Beitrag zu einer guten Klassengemeinschaft. Die Blätter werden anschließend zu einer sichtbaren gemeinsamen Baumkrone zusammengefügt.

Für die Klassen 1 und 2 können die Kinder malen, was sie gern mit anderen tun. In den Klassen 3 und 4 passen Sätze wie „Ich kann helfen, indem ich ...“ oder „In unserer Klasse soll jeder ...“. Der Baum bleibt idealerweise mehrere Wochen hängen und wird ergänzt, wenn die Klasse eine gute gemeinsame Erfahrung gemacht hat.

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Die WIR-Kette

Für die WIR-Kette schneidet jedes Kind einen Papierstreifen aus und gestaltet ihn mit einem Wort, einem Symbol oder einem kleinen Bild. Die Streifen werden zu Ringen verbunden und zu einer langen Kette zusammengesetzt. So wird unmittelbar sichtbar, dass jedes einzelne Element gebraucht wird.

Eine gute Variante ist eine Kette mit zwei Farben. Auf die eine Farbe schreiben die Kinder, was sie selbst gut können, auf die andere, wobei sie Unterstützung annehmen oder geben möchten. Das verhindert, dass Freundschaft nur als „immer nett sein“ verstanden wird. Auch Grenzen, Entschuldigungen und Hilfe holen gehören zu einem gesunden Miteinander.

Welche Idee passt zu Alter, Gruppengröße und Ziel

Nicht jede Bastelidee passt zu jeder Situation. Ein Armband wirkt persönlich, erreicht aber meist nur zwei Kinder. Ein Klassenbaum braucht mehr Vorbereitung, stärkt dafür die gesamte Gruppe und kann über längere Zeit weiterentwickelt werden.

Projekt Stärke Grenze Besonders passend für
Freundschaftsarmband Persönliches Geschenk Kann einzelne Kinder ausschließen Partnerarbeit ab Klasse 2
Freundschaftsblume Gefühle werden sichtbar Mehrere Teile müssen vorbereitet werden Klasse 1 und 2
Freundschaftskarte Schnell und preiswert Wenig Raum für längere Gespräche Kurze Unterrichtsphasen
Klassenbaum Stärkt die Gemeinschaft Benötigt Wandfläche und Zeit Projektwochen und Klassenstart
WIR-Kette Gemeinsames Erfolgserlebnis Papierstreifen können schnell reißen Gruppen ab 10 Kindern

Wenn die Klasse gerade einen Konflikt erlebt, würde ich nicht sofort ein Geschenk füreinander basteln lassen. Zuerst braucht es ein ruhiges Gespräch und klare Regeln. Kreative Aufgaben können eine Versöhnung begleiten, aber sie ersetzen keine Konfliktklärung.

So wird aus der Bastelstunde eine soziale Lernerfahrung

Vor dem Start reichen oft drei kurze Fragen. Was macht eine Freundschaft angenehm? Woran merkt man, dass jemand Hilfe braucht? Was kann man tun, wenn zwei Kinder dasselbe Material oder dieselbe Person für ein Spiel möchten? Die Antworten können gesammelt werden, ohne einzelne Kinder oder konkrete Streitfälle öffentlich zu bewerten.

Während der Arbeit helfen klare Rollen. Ein Kind kann Material verteilen, ein anderes die Zeit im Blick behalten und ein drittes die Ergebnisse sortieren. Solche Aufgaben fördern Verantwortung und Kooperation, ohne dass immer die lautesten Kinder die Führung übernehmen.

Ein häufiger Fehler ist eine zu aufwendige Vorlage. Wenn alle Kinder dasselbe perfekte Motiv ausschneiden sollen, wird die Stunde schnell zu einer Geduldsprobe. Ich plane lieber ein Grundgerüst und lasse bei Farben, Mustern und Botschaften viel Freiheit. So zählt der persönliche Ausdruck mehr als eine möglichst saubere Bastelarbeit.

Auch sprachliche und motorische Unterschiede sollten eingeplant werden. Kinder können malen, diktieren, einzelne Wörter kleben oder mit einem Partner arbeiten. Für Kinder mit Unterstützungsbedarf sind größere Formen, vorgestanzte Teile und zusätzliche Bearbeitungszeit oft hilfreicher als eine vereinfachte Bewertung.

Ein kleines Bastelprojekt kann lange nachwirken

Am Ende sollte jedes Kind kurz sagen oder zeigen dürfen, was ihm an der Aufgabe gefallen hat. Eine freiwillige Abschlussrunde mit einem Satz wie „Heute habe ich gemerkt, dass ...“ verbindet das Werk mit dem Erlebten. Bei jüngeren Kindern genügt auch ein Daumenzeichen oder ein gemaltes Gefühlsgesicht.

Besonders nachhaltig sind Projekte, die im Klassenraum sichtbar bleiben und später wieder aufgegriffen werden. Der Klassenbaum kann nach einem Streit ergänzt werden, die WIR-Kette bei neuen Mitschülern wachsen und die Freundschaftsblumen können in einem Klassenbuch gesammelt werden. So bleibt die Botschaft erhalten, dass Freundschaft nicht nur ein Bastelthema ist, sondern im täglichen Handeln entsteht.

Häufig gestellte Fragen

In der 1. Klasse passen Herzen, Handabdrücke und Freundschaftsblumen. Für die 2. Klasse eignen sich Armbänder, Freundschaftskarten und eine WIR-Kette. Drittklässler können ein Freundschaftsrezept oder eine Komplimente-Box gestalten, während sich für die 4. Klasse ein Klassenbaum, eine Collage oder ein Leporello mit Reflexion und Präsentation anbietet.
Für 20 bis 25 Kinder genügen meist Tonpapier, Zeichenpapier, Bunt- und Filzstifte, Klebestifte, Kinderscheren und Wollreste. Je nach Projekt dauern die Aktivitäten etwa 30 bis 60 Minuten, bei einem Klassenbaum oder Leporello bis zu 90 Minuten. Wenn Grundmaterial fehlt, sind ungefähr 2 bis 4 Euro pro Kind einzuplanen.
Partner sollten möglichst zufällig oder per Los bestimmt werden, damit nicht immer dieselben Freundschaften im Mittelpunkt stehen. Klassenprojekte wie der Klassenbaum oder die WIR-Kette beziehen alle Kinder ein. Eine persönliche Botschaft oder das Vorlesen eines Ergebnisses sollte freiwillig bleiben.
Kurze Fragen zu Hilfsbereitschaft, Zuhören und Konflikten stimmen die Kinder ein. Während der Arbeit fördern Rollen wie Materialverteilung, Zeitüberwachung und Sortieren die Kooperation. Eine freiwillige Abschlussrunde oder ein Gefühlsgesicht verbindet das Bastelwerk mit dem Erlebten.
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freundschaft klassengemeinschaft empathie armbänder papierbasteln
Autor Margret Diehl
Margret Diehl
Ich bin Margret Diehl und bringe 5 Jahre Erfahrung in meine Arbeit für awokitatg.de ein. Schon lange fasziniert mich, wie Kinder sich entwickeln und welche Rolle eine gute Kindererziehung und eine unterstützende Kita dabei spielen. Es ist mir wichtig, Eltern und Erziehenden verständliche Einblicke in diese spannenden Themen zu geben. Ich recherchiere sorgfältig, vergleiche Informationen und bereite komplexe Sachverhalte so auf, dass sie leicht nachvollziehbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen nützliche, fundierte und aktuelle Inhalte zu liefern, die Sie im Alltag unterstützen.
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