Das Fingerspiel „Das ist der Daumen“ mit Spielideen für die Kita

Margret Diehl .

24. Juli 2026

Bunte Finger einer Hand sind beschriftet: Daumen (rot), Zeigefinger (grün), Mittelfinger (blau), Ringfinger (gelb) und kleiner Finger (bunt).

Wenn ein Kind seine Hand entdeckt, werden aus fünf Fingern schnell kleine Figuren mit eigener Geschichte. Der bekannte Reim Das ist der Daumen verbindet Sprache, Berührung und Bewegung und eignet sich deshalb für Babys, Krippenkinder und die Kita. Hier zeige ich, wie das Fingerspiel funktioniert, welche Spielideen daraus entstehen und worauf Erwachsene bei Tempo, Berührung und Altersstufe achten sollten.

Ein kurzer Reim macht die ganze Hand zum Mitspielzeug

  • Fünf Finger werden nacheinander benannt und bewegt.
  • Der Klassiker dauert nur etwa 1 bis 2 Minuten und passt gut in Übergänge.
  • Das Spiel unterstützt Sprachrhythmus, Körperwahrnehmung und Feinmotorik.
  • Mit Bildern, Geräuschen und neuen Versen entstehen abwechslungsreiche Varianten.
  • Kein Leistungsdruck ist nötig: Zuhören und Zuschauen zählen genauso wie Mitmachen.

So funktioniert das bekannte Fingerspiel

Der Reim beginnt mit dem Daumen und führt danach über Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger bis zum kleinen Finger. Ich fasse den jeweiligen Finger sanft an, wackle kurz damit und spreche den passenden Vers langsam und deutlich.

Eine verbreitete Fassung lautet: Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf, der trägt sie nach Haus, und der Kleine isst sie alle auf. Je nach Familie oder Einrichtung gibt es kleine Abweichungen. Entscheidend ist nicht der exakt gleiche Wortlaut, sondern die Verbindung aus Finger, Bewegung und Reim.

  • Beim Daumen wird die Hand leicht bewegt.
  • Der Zeigefinger schüttelt symbolisch die Pflaumen.
  • Der Mittelfinger hebt sie vom Boden auf.
  • Der Ringfinger trägt die Ernte nach Hause.
  • Der kleine Finger darf am Ende besonders eifrig essen.

Bei Babys führe ich die Bewegungen zunächst selbst aus. Ältere Kinder zeigen die Finger bald eigenständig und warten oft schon gespannt auf die letzte Zeile.

Aus dem Reim wird ein echtes Mitmachspiel

Die einfachste Variante funktioniert im Sitzen. Das Kind kann auf dem Schoß sein, neben mir am Tisch sitzen oder die eigene Hand vor das Gesicht halten. Ich halte die freie Hand des Kindes nur so weit, wie es angenehm ist, und lasse jederzeit los, wenn es die Hand wegzieht.

Die ruhige Variante für Babys

Ich spreche mit gleichmäßigem Tempo und bewege immer nur einen Finger. Zwischen den Zeilen lasse ich kleine Pausen. So kann das Kind den Rhythmus hören, die Hand beobachten und die nächste Berührung erwarten.

Die schnelle Variante für die Kita

In einer Gruppe sitzen alle Kinder im Kreis und machen die Bewegungen an der eigenen Hand. Nach jeder Runde darf ein Kind den nächsten Finger vormachen. Das stärkt die Beteiligung, ohne dass jedes Kind sofort den ganzen Text auswendig können muss.

Die Geräuschvariante

Für die Pflaumen passen einfache Geräusche wie Rascheln, Klopfen oder ein leises Plopp. Ich lege dafür ein Tuch, einen Korb oder einige große Stofffrüchte in die Mitte. Kleine Gegenstände sollten nur unter enger Aufsicht verwendet werden, da sie für Babys und Kleinkinder eine Verschluckungsgefahr darstellen können.

Spielideen für Krippe, Kita und zu Hause

Der Klassiker ist ein guter Anfang, muss aber nicht immer gleich bleiben. Aus der kleinen Fingerhandlung lassen sich kurze Spielimpulse entwickeln, die kaum Material brauchen und trotzdem neue Lernanlässe schaffen.

Die Fingerküche

Jeder Finger bekommt eine Aufgabe. Der Daumen rührt, der Zeigefinger probiert, der Mittelfinger trägt den Teller, der Ringfinger deckt den Tisch und der kleine Finger verteilt die Servietten. Kinder können dazu eigene Verben vorschlagen. Ich finde diese Variante besonders gelungen, weil sie Wortschatz und Rollenspiel miteinander verbindet.

Die fünf Tiere

Aus jedem Finger wird ein Tier. Der Daumen stampft wie ein Bär, der Zeigefinger hüpft wie ein Frosch, der Mittelfinger pickt wie ein Huhn, der Ringfinger schleicht wie eine Katze und der kleine Finger flattert wie ein Vogel.

Hier darf die Bewegung größer werden. Kinder lernen dabei, dass Sprache nicht nur aus Wörtern besteht, sondern auch aus Lautstärke, Tempo und Körperausdruck.

Die kleine Erntegeschichte

Ich lege fünf große Bildkarten mit Obst oder Gemüse bereit. Jedes Kind zieht eine Karte und entscheidet, welcher Finger sie pflückt. Anschließend wird gemeinsam eine Mini-Geschichte gespielt. Diese Form eignet sich gut für Sprachförderung in kleinen Gruppen, weil jedes Kind einen überschaubaren Beitrag bekommt.

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Der Finger-Farbcode

Jeder Finger erhält eine Farbe. Die Kinder zeigen beispielsweise den roten Daumen, den blauen Zeigefinger oder den grünen kleinen Finger. Das ist eine einfache Erweiterung für Kinder, die Farben und Finger bereits sicher unterscheiden können.

Was Kinder dabei tatsächlich lernen

Fingerspiele wirken klein, leisten pädagogisch aber mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Der Reim macht den Sprachrhythmus hörbar, während die Bewegung dem gesprochenen Wort eine konkrete Bedeutung gibt.

Spielerischer Impuls Was dabei unterstützt wird
Finger einzeln zeigen Körperwahrnehmung und Orientierung an der eigenen Hand
Reim mitsprechen Sprachrhythmus, Zuhören und Merkfähigkeit
Finger gezielt bewegen Feinmotorik und Handkoordination
Neue Verse erfinden Wortschatz, Fantasie und Sprachfreude
Gemeinsam spielen Aufmerksamkeit, Nachahmung und soziale Beteiligung

Ich würde trotzdem keine Wunderwirkung versprechen. Ein Fingerspiel ersetzt weder gezielte Förderung noch freie Bewegung. Seine Stärke liegt in der regelmäßigen, kurzen Wiederholung, besonders wenn Erwachsene aufmerksam reagieren und das Kind den Ablauf mitgestalten lassen.

Varianten nach Alter und Entwicklungsstand

Nicht jedes Kind möchte sofort angefasst werden oder alle Finger bewegen. Deshalb passe ich das Spiel an das Kind an, statt auf einer bestimmten Ausführung zu bestehen.

  • Babys: langsam sprechen, einzelne Finger sanft berühren und viel Blickkontakt anbieten.
  • Krippenkinder: den Reim mit einfachen Gegenständen, Bildern oder Tierlauten ergänzen.
  • Kindergartenkinder: Fingerrollen verteilen und eigene Bewegungen erfinden lassen.
  • Ältere Vorschulkinder: Reimwörter sammeln und eine neue Geschichte mit fünf Figuren entwickeln.

Bei Kindern mit motorischen Einschränkungen kann die Bewegung kleiner ausfallen. Auch ein Blick auf den passenden Finger, ein Laut oder das Antippen einer Karte ist eine gültige Teilnahme. Mitmachen bedeutet nicht immer, jede Bewegung exakt nachzuahmen.

Ein häufiger Fehler ist ein zu schnelles Tempo. Wenn der Text kaum verständlich ist, geht der sprachliche Nutzen verloren. Ebenso ungünstig finde ich es, die Hand des Kindes festzuhalten oder es zu korrigieren, wenn es einen Finger verwechselt. Der Reim soll Sicherheit und Freude schaffen, keine Prüfungssituation.

Mit fünf Fingern eine eigene Geschichte bauen

Am meisten Wirkung entfaltet das Spiel, wenn es zum Alltag des Kindes passt. Beim Frühstück kann der kleine Finger den Löffel suchen, im Herbst pflücken die Finger Kastanien und vor dem Schlafengehen schleichen sie leise ins Fingerhaus.

Ich empfehle, eine vertraute Grundfassung über mehrere Tage zu wiederholen und nur ein Detail pro Runde zu verändern. So bleibt der Ablauf erkennbar, während Sprache, Fantasie und Bewegung langsam wachsen.

Der eigentliche Wert liegt nicht in einer perfekten Darbietung. Eine warme Stimme, eine kurze Pause und die Erlaubnis, selbst eine Bewegung zu erfinden, machen aus einem alten Kinderreim ein lebendiges Spiel, das Kinder und Erwachsene gemeinsam tragen.

Häufig gestellte Fragen

Der Reim führt vom Daumen über Zeige-, Mittel- und Ringfinger bis zum kleinen Finger. Die Finger werden passend zum Text sanft bewegt: Sie schütteln, heben auf, tragen und essen am Ende die Pflaumen.
Bei Babys spricht der Erwachsene langsam und deutlich, bewegt jeweils nur einen Finger und lässt zwischen den Zeilen kleine Pausen. Blickkontakt und eine sanfte Berührung sind wichtiger als vollständiges Mitmachen; zieht das Kind die Hand weg, wird es nicht festgehalten.
Der Reim kann mit Geräuschen wie Rascheln, Klopfen oder Plopp, mit Bildkarten oder mit Tierbewegungen ergänzt werden. In der Gruppe machen die Kinder die Bewegungen an der eigenen Hand und dürfen abwechselnd einen Finger vormachen.
Das Spiel unterstützt Sprachrhythmus, Zuhören, Merkfähigkeit, Körperwahrnehmung, Feinmotorik und Handkoordination. Eigene Verse und Bewegungen fördern zusätzlich Wortschatz, Fantasie und soziale Beteiligung, ohne dass eine perfekte Ausführung verlangt wird.
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fingerspiele sprachförderung feinmotorik körperwahrnehmung rollenspiel
Autor Margret Diehl
Margret Diehl
Ich bin Margret Diehl und bringe 5 Jahre Erfahrung in meine Arbeit für awokitatg.de ein. Schon lange fasziniert mich, wie Kinder sich entwickeln und welche Rolle eine gute Kindererziehung und eine unterstützende Kita dabei spielen. Es ist mir wichtig, Eltern und Erziehenden verständliche Einblicke in diese spannenden Themen zu geben. Ich recherchiere sorgfältig, vergleiche Informationen und bereite komplexe Sachverhalte so auf, dass sie leicht nachvollziehbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen nützliche, fundierte und aktuelle Inhalte zu liefern, die Sie im Alltag unterstützen.
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