Das Baby isst mittags schon begeistert, aber beim nächsten Brei stellt sich schnell die Frage, was eigentlich in den Abendbrei und was in den Nachmittagsbrei gehört. Der entscheidende Unterschied liegt in den Zutaten und ihrer ernährungsphysiologischen Aufgabe: Abends steht Milch mit Getreide im Mittelpunkt, nachmittags meist Getreide, Obst und Öl. Ich zeige, wann die Breie eingeführt werden, welche Mengen als Orientierung dienen und welche typischen Fehler sich leicht vermeiden lassen.
Milch am Abend, Obst und Getreide am Nachmittag
- Abendbrei ist in der Regel ein Milch-Getreide-Brei mit etwa 200 ml Milch und 20 g Getreide.
- Nachmittagsbrei besteht aus Wasser, Vollkorngetreide, Obst und etwas Rapsöl, aber normalerweise ohne Milchprodukte.
- Die dritte Breimahlzeit folgt meist etwa einen Monat nach dem Abendbrei.
- Die Reihenfolge ist eine Orientierung. Tageszeit und Tempo dürfen zum Baby und zum Familienalltag passen.
- Zusätzliche Getränke werden meist erst wichtig, wenn alle drei Breimahlzeiten eingeführt sind.

Der wichtigste Unterschied zwischen Abendbrei und Nachmittagsbrei
Mit Abendbrei ist meist der Milch-Getreide-Brei gemeint. Er ersetzt schrittweise eine Milchmahlzeit und liefert Energie, Eiweiß sowie Kohlenhydrate aus dem Getreide. Die Bezeichnung „Abendbrei“ beschreibt deshalb vor allem den üblichen Zeitpunkt, nicht eine besondere Einschlafwirkung.
Der Nachmittagsbrei ist normalerweise ein milchfreier Getreide-Obst-Brei. Das Getreide liefert Energie und Ballaststoffe, das Obst bringt Geschmack und Vitamin C, während Rapsöl die Mahlzeit mit wertvollen ungesättigten Fettsäuren ergänzt. Er ist als dritte Breimahlzeit gedacht und nicht als süßer Nachtisch.
| Merkmal | Abendbrei | Nachmittagsbrei |
|---|---|---|
| Übliche Bezeichnung | Milch-Getreide-Brei | Getreide-Obst-Brei |
| Hauptzutaten | Milch, Getreide, etwas Obst | Wasser, Getreide, Obst, Rapsöl |
| Milchprodukte | Ja, meist Milch oder Säuglingsmilch | Nein, normalerweise keine Milch und kein Joghurt |
| Üblicher Zeitpunkt | Abends | Nachmittags |
| Ernährungsaufgabe | Ersetzt eine Milchmahlzeit | Ergänzt den Speiseplan mit Getreide, Obst und Fett |
Was in den Abendbrei gehört
Für eine Portion Milch-Getreide-Brei nennt das Netzwerk Gesund ins Leben als Orientierung 200 ml Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett, 20 g Getreideflocken oder Grieß sowie etwa 2 Esslöffel Obst oder Fruchtpüree. Geeignet sind beispielsweise feine Hafer-, Dinkel- oder Hirseflocken. Vollkorngetreide bringt mehr Ballaststoffe und Mineralstoffe mit, muss aber gut quellen und eine für das Baby passende Konsistenz haben.
Alternativ kann der Brei mit geeigneter Säuglingsmilch zubereitet werden. Rohmilch und Vorzugsmilch gehören nicht in den Babybrei, weil sie ein gesundheitliches Risiko darstellen können. Bei Fertigbreien lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Ich bevorzuge Produkte mit wenigen Zutaten und ohne Zucker, Kakao, Schokolade oder unnötige Aromen.Eine einfache Zubereitung
- Getreideflocken in die kalte Milch einrühren. Grieß wird in die kochende Milch gegeben.
- Den Brei aufkochen und etwa 3 Minuten unter Rühren quellen lassen.
- Etwas Obst oder Obstpüree unterrühren, zum Beispiel Apfel, Birne oder Pfirsich.
- Vor dem Füttern die Temperatur prüfen und den Brei mit dem Löffel anbieten.
Das Obst im Abendbrei ist kein Muss in großer Menge, kann aber durch Vitamin C die Aufnahme von Eisen aus dem Getreide unterstützen. Banane sollte nicht ständig die einzige Obstsorte sein, weil sie relativ süß ist. Abwechslung bei Apfel, Birne, Pfirsich oder saisonalem Obst erweitert die Geschmackserfahrungen des Babys.
Wie der Nachmittagsbrei zusammengesetzt ist
Der Nachmittagsbrei enthält bewusst keine Milch und keine Milchprodukte. Eine gängige Orientierung sind 90 ml Wasser, 20 g Vollkorngetreide, 100 g fein geriebenes, zerdrücktes oder püriertes Obst und 1 Teelöffel Rapsöl. Das Milchfreie ist nicht zufällig gewählt. So wird die Eiweißzufuhr im Tagesplan nicht unnötig erhöht, und das Getreide kann seinen Platz neben der Milchmahlzeit behalten.Für die Zubereitung werden Getreideflocken mit Wasser verrührt, aufgekocht und etwa 3 Minuten quellen gelassen. Danach kommen Obst und Öl dazu. Das Öl erst am Ende unterrühren, damit die Mahlzeit energiereich bleibt und die wertvollen Fettsäuren möglichst gut erhalten bleiben.
Passende Kombinationen für den Alltag
- Hafer und Birne sind mild und werden von vielen Beikostanfängern gut angenommen.
- Hirse und Apfel bringen Abwechslung und eine feinere, leicht nussige Getreidenote.
- Dinkel und Pfirsich eignen sich, wenn das Baby bereits verschiedene Getreide- und Obstsorten kennt.
- Banane mit Apfel schmeckt süß, sollte aber nicht die einzige Kombination bleiben.
Ich halte einfache Mischungen für sinnvoller als sieben Zutaten in einer Schüssel. Eine Getreide- und eine Obstsorte pro Mahlzeit reichen völlig aus. So lässt sich außerdem leichter beobachten, wie das Baby ein neues Lebensmittel verträgt.
Wann welcher Brei eingeführt wird
Die Beikost beginnt bei gesunden Babys frühestens mit Beginn des fünften und spätestens mit Beginn des siebten Lebensmonats, wenn die sogenannten Beikostreifezeichen vorhanden sind. Dazu zählen unter anderem stabiles Sitzen mit Unterstützung, Interesse am Essen und die Fähigkeit, Nahrung nicht sofort mit der Zunge herauszuschieben. Die Milch bleibt auch danach zunächst eine wichtige Nährstoffquelle.
Nach dem ersten Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei folgt häufig nach ungefähr einem weiteren Monat der Milch-Getreide-Brei. Er wird meist am Abend angeboten, kann aber grundsätzlich auch zu einer anderen Tageszeit auf dem Plan stehen. Etwa einen Monat später kommt der Getreide-Obst-Brei dazu, oft am Nachmittag.
| Orientierung | Typischer Zeitraum | Was sich verändert |
|---|---|---|
| Erste Breimahlzeit | Beginn 5. bis Beginn 7. Monat | Meist Gemüse-Kartoffel-Fleisch- oder vegetarischer Brei |
| Zweite Breimahlzeit | Etwa einen Monat später, oft im 6. bis 8. Monat | Milch-Getreide-Brei, häufig am Abend |
| Dritte Breimahlzeit | Etwa einen weiteren Monat später, oft im 7. bis 9. Monat | Milchfreier Getreide-Obst-Brei, häufig am Nachmittag |
Diese Monate sind keine Prüfung, die jedes Baby exakt bestehen muss. Die aktuelle Empfehlung betont ebenfalls, dass Eltern die Reihenfolge und Tageszeit an Appetit, Entwicklung und Familienrhythmus anpassen können. Wird der Nachmittagsbrei besser akzeptiert als der Abendbrei, spricht nichts dagegen, die Reihenfolge anders zu gestalten.
Was im Familienalltag wirklich zählt
Ein praktischer Tagesplan könnte morgens Milch, mittags den Gemüsebrei, nachmittags den Getreide-Obst-Brei und abends den Milch-Getreide-Brei vorsehen. Das ist jedoch nur ein Beispiel. Stillen nach Bedarf oder die Flasche bleiben parallel möglich, solange das Baby sie braucht.
Wenn drei Breimahlzeiten eingeführt sind, sollte das Baby zusätzlich regelmäßig Wasser aus einem kleinen Becher angeboten bekommen. Vorher reicht die Flüssigkeit aus Muttermilch oder Säuglingsmilch in der Regel aus. Ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee ist möglich, Saft sollte wegen des Zuckers nicht zum Standardgetränk werden.
Auch die Portionsgrößen sind Richtwerte. Manche Babys essen zunächst nur wenige Löffel, andere steigern die Menge schnell. Ich würde mich nicht an einem leeren Teller festbeißen. Das Kind entscheidet, wie viel es isst, während die erwachsene Person Zeitpunkt, Auswahl und Zubereitung verantwortet.
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Wenn der Brei nicht wie geplant funktioniert
Verweigert ein Baby den Abendbrei, kann ein späterer Zeitpunkt, eine dünnere Konsistenz oder eine andere Getreidesorte helfen. Manchmal ist es schlicht müde und schafft eine neue Mahlzeit besser am Vormittag. Beim Nachmittagsbrei sind sehr säuerliches Obst, zu viele Stückchen oder ein ungewohnter Geschmack häufige Gründe für Ablehnung.
Wichtig bleibt ein ruhiger Umgang. Kein Brei muss erzwungen werden, und ein einzelner ausgelassener Brei bringt die Ernährung nicht aus dem Gleichgewicht. Bei anhaltendem Erbrechen, deutlichen Beschwerden, schlechtem Gedeihen oder Unsicherheit wegen einer Erkrankung sollte die Kinderarztpraxis einbezogen werden.
Typische Fehler bei Abendbrei und Nachmittagsbrei
- Zucker hinzufügen, weil der Brei langweilig schmeckt. Babys brauchen keine Süßung, und frühe Gewöhnung an süße Aromen kann die spätere Lebensmittelauswahl beeinflussen.
- Joghurt in den Nachmittagsbrei mischen. Dadurch wird aus dem milchfreien Getreide-Obst-Brei eine andere Mahlzeit und die Milchmenge des Tages kann unnötig steigen.
- Milchfertigbrei mit zusätzlicher Milch anrühren. Solche Produkte werden in der Regel mit Wasser zubereitet. Entscheidend ist die Packungsanleitung.
- Trinkbreie oder Breie in der Flasche geben. Das erschwert die Sättigungsregulation und erhöht bei ständigem Nuckeln das Kariesrisiko.
- Nur eine Obstsorte verwenden. Mehr Abwechslung bei Obst und Getreide unterstützt vielfältige Geschmackserfahrungen.
- Das Baby zum Aufessen drängen. Hunger und Sättigung schwanken, besonders während Wachstumsschüben oder bei Krankheit.
Bei Fertigprodukten gilt für beide Breie derselbe Grundsatz. Die Zutatenliste sollte möglichst kurz sein, und Salz, Zucker sowie Süßungsmittel gehören nicht in den täglichen Babybrei. Ein gekauftes Gläschen kann im Alltag völlig in Ordnung sein, wenn Zusammensetzung, Fettanteil und Zubereitung passen.
Der passende Brei ist der, den Ihr Baby gut annimmt
Der Unterschied lässt sich auf einen einfachen Merksatz bringen: Abendbrei bedeutet meist Milch plus Getreide, Nachmittagsbrei meist Getreide plus Obst und Rapsöl. Die Uhrzeit ist weniger wichtig als die Zusammensetzung und die Frage, ob die Mahlzeit zum Entwicklungsstand und Hunger des Babys passt.
Ich würde deshalb keinen starren Breifahrplan daraus machen. Führen Sie neue Mahlzeiten langsam ein, lassen Sie Milch weiterhin nach Bedarf zu und geben Sie Ihrem Kind Zeit, Geschmack und Konsistenz kennenzulernen. Ein entspannter Rhythmus ist für die Kinderernährung oft hilfreicher als der vermeintlich perfekte Plan.